Im Wesentlichen ist die Bresse eine Ebene zwischen 180 m und 220 m über dem Meeresspiegel mit einer leichten Neigung nach Westen. Im Norden wird das Gebiet begrenzt durch den Unterlauf des Doubs, von der Mündung des Orain bis zu seiner Mündung in die Saône, im Osten durch die westlichen Ausläufer des Juras und im Westen durch die Saône zwischen den Mündungen von Doubs und Chalaronne. Im Süden ist die Grenze eher fließend in die Dombes übergehend, wobei einerseits die Mündung der Chalaronne in die Saône und der Weiler Vavre in Saint-Martin-du-Mont als Eckpunkte gelten. Die wichtigsten Flüsse, alles Nebenflüsse der Saône, sind die Veyle, die Reyssouze und die Seille.
Die Bresse ist eine tektonische Senke, genannt Saônegraben, die in Nord-Süd-Richtung orientiert ist und zwischen dem Jura und den nördlichen Ausläufern des Zentralmassivs liegt. Die südliche Grenze bildet der Ain, die nördliche liegt bei der Stadt Gray. Die Ausdehnung in Ost-West Richtung beträgt im nördlichen Teil rund 60 km, im mittleren und südlichen Teil liegt sie bei rund 45 km. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt rund 190 km.
Die Entwässerung der Bresse erfolgt fast ausschließlich durch die Saône, die in Nord-Süd-Richtung verläuft und ein außerordentlich schwaches Gefälle aufweist. Zwei tiefe tektonische Schwellen lassen die Bresse in drei Gebiete teilen: die nordwestliche Bresse chalonnaise, die zentrale Bresse bourguignonne und die südliche Bresse savoyarde.
Die Bresse ist also ein Schwemmlandgebiet mit lehmhaltigen Böden und waßerundurchlässigem Mergel. Die Waßerunduchlässigkeit macht den Boden fruchtbar, schwierig zum Bearbeiten, geeignet als Gras- und Weideland und für Weichhölzer. Obwohl Kalkstein fast vollständig fehlt, kommt in Weihern und Tümpeln oft eine Art von Kalk vor, der jedoch keine Rolle für die Vegetation zu spielen scheint. Stellenweise dringt auch das Muttergestein bis an die Oberfläche und der Granitsockel wird sichtbar.
Die Bresse ist eine stark landwirtschaftlich geprägte Region. Die Höfe liegen teilweise weit von den eher kleinen Dörfern entfernt, die Landschaft ist geprägt von sanften Hügeln im Osten und der weiten Saôneebene im Westen, durchzogen von Weihern, Kleinseen, Gehölzen und Auen. Dementsprechend ist die Bevölkerung eher traditionell veranlagt, hängt an den alten Werten und pflegt auf der kommunalen Ebene die direktdemokratischen Instrumente.
Die Bressans wurden von ihren Nachbarn als „Gelbbäuche“ bezeichnet, wohl deswegen, weil die arme Bevölkerung schon früh Mais anstelle von Getreide ass. Die Gaudes (geröstetes Maismehl aus ungeschältem Mais, angerührt mit Milch) galten als eigentliches Nationalgericht der Einheimischen. Der Maisanbau war und ist ein wichtiger landwirtschaftlicher Zweig, da Mais für die Fütterung der Bressehühner unerlässlich ist.
Bocage-Landschaft
Sie ist wie gespickt mit Teichen und Bächen, und ihre flachen Täler sind ein natürliches Reservat für Wasservögel und bei den Anglern demnach ebenso beliebt wie bei den Gastronomen.
Der Charme einer traditionellen Landschaft, übersäht mit alten Mühlen und niedrigen Fachwerkhäusern, deren wenig steile Dächer weit über die Aussenmauern ragen.
Dünn besiedelt
Heute geben Flüsse und Weiden in den Tälern, dicht gestreute Bocage-Landschaften an den bebauten Hängen, Wäldern auf den Höhen und eine dünn gestreute Besiedlung der Bresse ihr charakteristisches
Gesicht.
Vor einigen Millionen Jahren war die Bresse nichts als ein gewaltiger See.
La Seille
Die Seille mäandert gemächlich durch die Bresse, von Louhans bis zur Saône. Eine vielfältige Auenlandschaft entfaltet sich entlang ihrer Ufer. Schmale Wiesenwege entlang des Flusses ermöglichen
ausgedehnte Spaziergänge auf flacher Strecke - vielfach, ohne dass man eine Menschenseele antrifft!
Route de la Bresse
Die Strasse der Burgundischen Bresse lädt ein zur Entdeckung der architektonischen, gastronomischen und kulturellen Reichtümer diese Gegend. Entlang der Strasse erwarten Sie typische
Bresse-Bauernhäuser in Fachwerkbauweise mit Ziegelvermauerungen, Burgen und Schlösser aller Stilrichtungen, Kirchen, Mühlen, eine Ziegelei und typische Dörfer und Weiler. Die Strasse führt auch
zu Bresse-Geflügelzüchtern, traditionellen Handwerkern und Kunsthandwerkern.
Die Route de la Bresse führt übrigens in nächster Umgebung von Haus Libellule durch die Felder der Gemeinde La Chapelle-Thècle und nachbarlichen Dörfern und Gemeinden.
Das typische Bresse-Bauernhaus
versteckt sich, in der Bocage-Landschaft, oft hinter Bäumen. Es zeichnet sich durch seine Harmonie und seine Bescheidenheit aus. In den Wänden aus ziegelvermauertem Fachwerk und dem weit
ausladenden Dach vereinen sich die tonhaltige Erde und die heimischen Holzarten zu einem unvergleichbaren Ganzen.
Bressehuhn ist die kontrollierte Herkunftsbezeichnung (AOC) für eine Geflügelsorte, welche aus der Region Bresse nordöstlich von Lyon, gelegen zwischen Jura und Saône, stammt. Auffällig sind die blauen Beine des Tieres. Zusammen mit dem weißen Gefieder und seinem roten Kamm ergeben sich die Nationalfarben Frankreichs.
Ein Bressehuhn ist stets ein Freilandhuhn, es wird auf 10 m² pro Tier ausschließlich mit regional angebautem Mais oder Buchweizen gefüttert, direkt beim Züchter geschlachtet und besticht durch seinen delikaten Geschmack. Der enorme Platz- bedarf, die teure Ernährung und das Mindestschlachtalter von 4 Monaten erklären den vergleichsweise hohen Preis. Kurz vor der Schlachtung wird 10 bis 15 Tage eine Hühnermast bei Dunkelheit durchgeführt und Milch zugefüttert. Ein echtes Bressehuhn trägt beim Verkauf ein blau-weiß-rotes Gütesiegel und darf in Deutschland, entgegen den Bestimmungen für deutsches Geflügel, auch mit Kopf und Füßen verkauft werden. Beim jährlich im Dezember stattfindenden Concours des Volailles "Les Glorieuses" werden in Louhans, Pont-de-Vaux, Montrevel und Bourg-en-Bresse die besten Kapaune und Poularden aus der Bresse gekürt.
Eine geradezu legendäre Gastfreundschaft und unzählige festliche Traditionen sind Ausdruck einer wahren Lebensfreude, ja Lebenskunst.
Mach mal Pause in der Dorfschenke
Die Cafés und Gasthäuser der ländlichen Gemeinden haben sich unter der Bezeichnung "Cafés de Pays" zusammen geschlossen. In ihnen pulsiert das Herz der Dörfer und Weiler, ohne die das Leben vor
Ort seine Seele verlöre. Hier herrscht immer eine anheimelnde Stimmung. Ein Schild "Café de Pays" weist sie aus, und man empfängt Sie dort am Tisch oder an der Theke, serviert einheimische
Produkte und gibt Informationen zu den Sehenswürdigkeiten und zum Angebot für Touristen. Einige bieten auch eigene Veranstaltungen, wie bunte Abende usw.
Vorab ein paar Geheimnisse
Das Geflügel aus der Bresse hat ein "saftiges" Fleisch, das bis in die feinsten Fasern von gesundem Fett durchzogen ist. Damit das Geflügel nicht an seiner Qualität verliert, sollte es "im eigenen Saft" braten.
Stechen sie es nicht an, giessen sie es mit dem eigenen Bratensaft jede 1/4 Stunde auf und lassen sie es im Backrohr bei einer Hitze von 180° Grad braten. Sie müssen 45 Min. pro Kg im Backrohr berechnen.
Am Ende der Bratzeit stechen sie den Innenteil der Keule an: Wenn der Saft rosa ist, ist die Bratzeit noch nicht beendet.
Weitere Rezepte für Bressehuhn und Bressekapaun finden Sie bei unseren Freunden, den Kochbären unter Geflügelgerichte.