News September

Wow - was für ein toller Monat! Der September war - nebst dem Juni - der tollste Monat in diesem Jahr. Einfach nur schönes Wetter, herrliche Farben und die Blumen blühen, dass es eine Pracht ist.

Mathilde, meine letztjährige Helferin war wieder hier, den ganzen Monat. Wir haben viel gearbeitet, aber auch schöne Ausflüge unternommen, gut und mit Genuss gegessen und geschlemmt, das schöne Wetter genossen und ausserdem Qi Gong geübt. Alles in allem habe ich in diesem Monat wieder gute Energien tanken können. Das verdanke ich Mathilde, dem schönen Wetter und den Qi Gong Übungen.

Qi Gong mache ich seit einer Woche - erst! Aber es hat mir schon so viel Gutes gebracht, dass ich hell begeistert bin.

Im Garten ist nun endlich das eine grosse Blumenbeet frei von Unkraut. Seit Jahren lag es mir auf dem Magen, die Sträucher und Blumen darin von dem leidigen Gras zu befreien. Nun ist es endlich getan und ich bin happy. Mathilde und ich haben auch im Zaubergarten aufgeräumt und die neu spriessenden Brombeeren rausgeschnitten. Dann haben wir eine Anhängerladung voll von wunderschönen Steinen bei einer Bekannten geholt und diese zu einer kleinen Trockenmauer links und rechts vom alten Steg arrangiert. Das Element Stein fehlt in diesem Garten, so finde ich. Es hat zwar ein paar grosse, die im Zuge des Teichbaues gesetzt wurden. Aber ansonsten? Tja, in der Bresse gibt es halt eben kaum Steine. Die muss man sich schon holen, meist aus dem Jura oder Weingebiet. Wenn es dann so Gelegenheiten gibt, wo jemand welche übrig hat, dann jupideh! Nun habe ich mir vorgenommen, jedesmal, wenn ich irgendwo passende Steine so quasi am Strassenrand finde, lade ich die ins Auto und verlängere so die Mauer bzw. die Steinkante am Teichrand mit dem Ziel, rings um den Teich einen schönen Steinabschluss zu haben!

Ja, zu erwähnen sind auch die wieder einmal komplett freigejäteten Wege! Dank Mathilde!

Wir haben aber nicht nur gearbeitet. Ein ganz besonders schöner Ausflug war jener nach Perouges, einem mittelalterlichen Dorf auf einem Hügelgupf, komplett aus Flusskullersteinen gebaut. Am selben Tag fuhren wir nach Châtillon sur Chalaronne, was ebenfalls im Süden liegt und wo alljährlich ein Pflanzenmarkt im Dorfpark stattfindet. Wunderschön gelegen und mit sensationeller Auswahl. Astern, Fetthennen, Gräser und ein Clerodendrum fanden den Weg in meinen Garten. Ein anderer Ausflug führte uns nach Cluny und Cormatin, wo wir den Park und den Gemüsegarten bewundern konnten. 

Ein Event war auch die neue italienische Pastamaschine. Mit einem guten Rezept für einen eierfreien Teig aus dem Kochbuch Cucina vegana entstand ein superelastischer Teig, der mit Hilfe der coolen Teigausrollmaschine (nicht elektrisch - da muss man einfach kurbeln) uns praktische ca. 12cm breite Teigplatten bescherte. Aus diesen stachen wir Rondellen, dann legten wir die Füllung drauf, klappten sie zusammen und bekamen so die sogenannten Cappelletti. Ein Teil wanderte in den Tiefkühler, und ein Teil direkt in unseren Magen ;-) mhm...

Die Ruhe im September tat mir unendlich gut. Sie war überfällig. Endlich spürte ich mich selber wieder und hatte das Gefühl, wieder mich selbst zu sein. Ich fand sogar die Musse, um mir Gedanken zu machen, wie ich meinen nächsten Winter verbringen wollte. Eigentlich meinten alle um mich herum - auch ich selbst, dass ich mir eine Auszeit nehmen müsste. Nach dem letzten Winter, wo definitiv zu viel los war und ich irgendwie einfach nicht zur Ruhe kam, war mir klar, dass ich diesmal aktiv für Ruhe sorgen muss und will. Auf der Suche nach Inspiration und entsprechenden Möglichkeiten surfte ich also im Internet. Aber bei allem, was ich aufspürte, empfand ich ein Gefühl von Abstraktheit oder anders gesagt, ich fragte mich bei allem: was mache ich dort eigentlich? Es fühlte sich falsch an, am verkehrten Platz oder so, wie wenn ich mich von mir selbst entfernen würde?  Schwierig zu erklären. Eine Auszeit war fällig, das war klar, aber wie und wo? Irgendwann erinnerte ich mich an meine anderen Winter hier draussen, und dass mir diese ganz bestimmte Ruhe und Abgeschiedenheit während zwei, drei Monaten eigentlich ja immer sehr gut getan hatte. Und dann kam das Gefühl der Stimmigkeit. Ich will hier bleiben. Ich will aber dafür Sorge tragen, dass ich konkret etwas für mich tue. Tja, etwas ist daraus schon entstanden. Nämlich der Qi Gong Kurs in Louhans. Vorderhand bis Ende Jahr werde ich also regelmässig Qi Gong üben und dabei meine Batterien wieder auffüllen. Ausserdem habe ich mich inzwischen für einen Kommunikationtskurs angemeldet. Mitte Oktober geht es los. Dank lieber Freunde, die auf meinen Luke aufpassen, kann ich es mir erlauben, alle zwei Monate nach Deutschland zu reisen, um mich während drei Tagen um die "Gewaltfreie Kommunikation" nach Marshall Rosenberg zu kümmern, bzw. meine Fähigkeiten in dieser Art von Kommunikation zu schulen und zu üben. Seit ein paar Jahren begeistert mich dieses Thema und die darin enthaltenen Möglichkeiten. Ich freue mich nun so sehr darauf! Ausserdem bedeutet es eben auch, für jeweils drei Tage weg zu kommen, andere Menschen in anderer Umgebung zu treffen. Aber auch Menschen mit dem gleichen Ziel, nämlich die eigene Wahrnehmung und Möglichkeiten der Kommunikation, das empathische Vermögen und das Bewusstsein dafür zu schulen. Uah... ich freu mich mega darauf und werd bestimmt davon im nächsten Newsletter berichten.

In den letzten News habe ich davon erzählt, dass zwei Frauen im September hier sein werden, von denen ich mir erhoffe, dass sich die Möglichkeit einer Lebensgemeinschaft ergeben wird. Hat sich alles zerschlagen! Ja, leider. Ich will hier nicht unbedingt mehr dazu sagen. Aber es zeigt sich, dass es extrem schwierig ist, Menschen zu finden, wo alles passt und die wirklich bereit sind für diesen grossen Schritt. Aber ich werde nicht aufgeben. Interessanterweise hat es meinen Willen, hier mit Maison Libellule meinen Weg weiterzugehen, erneuert und gestärkt. Die Vision einer Lebensgemeinschaft wird immer klarer und der Wunsch danach immer stärker. Wenn die Zeit reif ist, so wird es auch geschehen. Inshallah! 

Ein Buch, welches ich zur Zeit lese, inspiriert mich ebenfalls sehr. Es ist von Lierre Keith und heisst "Ethisch essen mit Fleisch". Es ist eine Streitschrift über nachhaltige und ethische Ernährung mit Fleisch. "... Eine ehemalige Veganerin plädiert für Gerechtigkeit, Mitgefühl, Weltverbesserung - und tierische Lebensmittel.... Sie bekennt sich zu einer gerechten Verteilung der Ressourcen, wendet sich gegen Agrarfabriken und tierquälerische Haltungsformen..." Meine vegane Überzeugung hat einen Riss bekommen, ich muss es gestehen. Ich habe das Buch noch nicht zu Ende gelesen. Aber ich weiss jetzt schon, dass sich einiges verändern wird. Vorderhand werde ich meine vegane Ernährung beibehalten, auch aus Überzeugung und weil sie mir schmeckt. Aber ich glaube, ich werde so einige Dinge anders anschauen und es wird sich dabei wohl oder übel auch die eine und andere Umstellung ergeben. Im Moment ist es für mich nach wie vor unvorstellbar wieder Fleisch zu essen. Aber dass die vegane Ernährung nicht die Lösung für alle Probleme ist, das wusste ich eigentlich schon lange, wenn auch mehr oder weniger nur innen drin. Der Entscheid vegan zu leben, brachte mich dazu, keine Hühner mehr anzuschaffen, brachte mich dazu, sogar die Hundehaltung zu hinterfragen, brachte mich in Nöte, was die Nutrias anbelangte, und brachte mich schlussendlich in die Situation, lauter "faule" Kompromisse einzugehen. An diesen Punkten habe ich dann einfach jeweils weggeschaut und mir gedacht, ich kann ja nicht alles ändern. Z.B. die Sache mit dem Futter für Pflanzen. Das beste Futter für das Gemüse oder andere zehrende Pflanzen sind tierische Produkte. Ich habe gelernt, dass ein Boden bzw. das Leben darin Stickstoff (für das Massewachstum), Phosphor (für die Photosynthese und Blütenbildung) und Kalium (festigt Zellen und fördert Widerstandsfähigkeit und Frosthärte) brauchen, um sich zu regenerieren und die Pflanzen, die darin leben, mit allem zu versorgen, was sie brauchen. Kompost und Gründüngung alleine genügen nicht. Wenn man fossile Brennstoffe aus naheliegenden Gründen nicht unbedingt verwenden bzw. verbrauchen will bleiben als einzige Alternative tierische Produkte: nämlich Mist (Stickstoff), Knochenmehl (Phosphor), Asche, Knochen, Urin und Dung (Kalium). Entweder ich gehe nun hin und kaufe einen Sack Biodünger, der aus tierischen Produkten hergestellt wurde oder ich schaue, dass ich diese Dinge direkt aus einer Tierhaltung besorge. So oder so, der immerwährende Kreislauf verlangt den Tod, so scheint es mir. Lierre Keith sagt: "Die Wahrheit ist auch, dass das Leben ohne den Tod nicht möglich ist, dass, egal, was du isst, jemand sterben musste, um dich zu ernähren." Ok. Ich werd sehen, wohin mich diese Wahrheiten tragen und was daraus entsteht...

In diesem Sinne wünsche ich nun allen meinen Newslesern einen goldigen Herbst mit vielen Einsichten und Aussichten!

Ganz herzlich

Silvana und Co.