Erlebnisberichte

Mai 2018

Doris - Erfahrungsbericht - Mai 2018

Immer wieder kam mir in der Vergangenheit der Gedanke: Wie schön wäre es, Urlaub gegen Arbeitskraft einzutauschen!

So stieß ich irgendwann auf die Internetseite von "maison libellule".

Die ausführliche Beschreibung, die schönen Fotos, die Lebenseinstellung und die klare Formulierung des Aufgabenbereiches: das war es !! - Hoffentlich nimmt sie mich; denn immerhin bin ich schon 56!

Und: es hat geklappt und meine Erwartungen haben sich voll erfüllt - nein übertroffen.

Ich kam in eine sooo schöne Umgebung, traf sooo nette und interessante Menschen; allen voran Silvana.

Unser nahes Zusammenleben klappte prima und ich profitierte bei der gemeinsamen Zusammenarbeit, bei Gesprächen und bei der Rückkehr von meinen Ausflügen. So hatte ich immer das Gefühl: genug Neues für heute entdeckt, zurück nach "Hause".

Im Übrigen schließe ich mich den Ausführungen der anderen Helfer an, bzg. des Tätigseins im Gartens und mit den Tieren, sowie des Genießens der Umgebung, den Backofen nutzen, den Grill................

Immer wieder gerne möchte ich wiederkommen, sobald es mir wieder möglich ist,.........auch als "Halbzeithelfer", mit noch größerer Möglichkeit, die Bourgogne zu erkunden und französisch zu schwätzen

Tausend Dank an dich Silvana...........wir sehen uns


August/September 2017

Sabine - Erfahrungsbericht - Oktober 2017

Ich erreichte die maison libelulle am 23. August 2017. Es hatte 34 Grad und meine Ankunft wurde herzlich und freundlich aufgenommen. Ich fühlte mich willkommen und auf der Stelle wohl.

Gleich am ersten Morgen wurde mir bewusst, dass ich bereits wunderbar angekommen war und der Platz strahlte für mich eine tiefe Ruhe und einen tiefen Frieden aus. Ebenso ging es mir mit der Arbeit. Ich durfte in meinem Tempo vor mich hinarbeiten. Ich jätete die Kieswege und das mit einer tiefen Freude. Arbeit gibt es im Haus und im Garten immer. Silvana ist eine Frau mit der ich sehr gut gemeinschaftlich arbeiten kann. Wir haben gemeinsam gekocht, den Abwasch erledigt, aufgeräumt, die Wäsche gemacht, das Trockenbeet gestaltet, gegossen, geerntet, die Einkäufe und Müllentsorgung erledigt, sauber gemacht, das Holz für den Winter eingeräumt und einiges mehr. Ich durfte mich mit Ideen und Vorschlägen in die Abläufe einbringen und meinen Arbeitsalltag selbst gestalten. Eigeninitiative und Selbständigkeit sind sehr willkommen. Hier zu Arbeiten war für mich wirklich Freude und sie ging mir leicht von der Hand.

Was an diesem Platz nie zu kurz kommt, ist das GENIESSEN. Zwischendurch ein kleiner Kaffee, Mittags ein wundervolles eher leichteres Mahl und Abend das Verwöhnprogramm, welches wunderbares Essen und gelegentlich einen guten Tropfen beinhaltet. Der Platz lädt auch wirklich ein mit allen Sinnen zu geniessen. Sei es der Platz mit seinen schönen Farben und Kunstwerken, sei es der Teich, mit dem erfrischenden Wasser, seien es die Tiere, die einen erfreuen, sei es der opulente Himmel oder die zahlreichen Sterne, die beinah jeden Abend sichtbar waren. In der maison libelulle und  im Garten merkt man überall die liebevolle Hand, die den Platz hütet und der Platz scheint in die "zeitfreie" Zeit eingebettet zu sein. Für mich persönlich war es einfach die pure Harmonie.

An den Wochenenden wurde wenig gearbeitet und der "heilige"Sonntag ist frei. Wir sind Sonntags gerne auf Flohmärkte in malerische Örtchen gefahren, um dort Kurioses und Schönes zu erhandeln. Auch sonst haben wir gerne Ausflüge unternommen (Lac de Vauglan, Tournus, Lons, Louhans) oder Freunde besucht, um ein wenig raus zu kommen. Die Abende haben wir gerne mit Spielen verbracht, wir hatten auch "Heimkino" und interessante Gespräche. Buntheit ist erwünscht und unterschiedliche Meinungen sind willkommen und es wird gerne gelacht.

Darüber hinaus hatte ich Gelegenheit zu Töpfern mit der wunderbaren Erika und ich war erstaunt, was ich zu gestalten im Stande bin. Auch sonst gibt es genügend Platz für Kreativität und Gestaltung.

Dieser Platz ist für Menschen, die gerne und freudvoll mit sich selbst sind. Er eignet sich hervorragend um Ruhe und Schönheit zu tanken. Er eignet sich hervorragend um Gemeinsamkeit zu gestalten, um Begegnung zu erleben. Man hat hier die Möglichkeit wunderbar zu sich zu kommen.

Dieser Platz ist nicht geeignet für Einzelkämpfer, Partylöwen, Menschen, die ständig darauf warten, was sich als nächstes tut.

In diesem Sinne, hoffe ich, dass noch viele HelferInnen den Platz und seine Menschen genau so lieben werden, wie ich.


Wie kam ich nach La Libellule

Regine - Erfahrungsbericht - Dezember 2016

Wie kam ich nach La Libellule.. wie so oft im Leben, spielt der Zufall eine Rolle.

 

Ende April 2013 besuchte ich mit einer Schweizer Freundin und deren Freundin, die im Burgund seit 3 Wochen ein Haus hatte, La Libellule.. auf die Terrsse tretend, war es um mich geschehen.. mich hielt sofort der Zauber des Gartens umfangen, und ganz impulsiv holte ich eine Visitenkarte aus meiner Tasche und überreichte diese Silvana mit den Worten, wenn Du einmal Hilfe brauchst, melde Dich. Wie sie mir später gestand, schaute sie auf meine Ballerinas und fragte Barbara, kann die „feine Dame“ überhaupt sich schmutzig. Worauf diese meinte, sie kennt mich nicht so genau, aber in ihrem Garten hätte ich kräftig mit angepackt. Und siehe da, im November 2014 kam eine Email.. Hilfe..ich hatte schon gar nicht mehr daran geglaubt.. Silvana suchte fürs kommende Jahr Helfer. Umgehend hatte ich geantwortet. Ich befand mich persönlich in einer Sinnkrise und hatte das Gefühl, ich muss mit meinen Händen arbeiten. Gesagt, getan, wir fixierten den März/April und August bis Oktober 2015.

Ende Feber 2015 fuhr ich mit dem Zug von Klagenfurt nach Baden im Aargau, Halt machend bei einer Freundin. Ich war sehr aufgeregt, nicht wissend, was auf mich zukommt.. bin ich der Aufgabe gewachsen.. keine Ahnung von Gartenarbeit.. wohl wissend, ich kann zupacken und bin mir für keine Arbeit zu schade.

Für mich begannen aufregende und ereignisreiche Wochen. Ich habe Arbeiten verrichtet, von denen ich nicht geglaubt hätte, dass ich sie schaffe. Gleich in den ersten 2 Tagen, die erste grosse Herausforderung.. Silvana hatte in ihrem Teich eine Nutria und diese galt es auf irgendeine Art und Weise einzufangen.. die glorreiche Idee, einen Käfig an ihrem Bau anzusetzen.. ab indie Gummistiefel und samt Käfig zum Bau, aber die  Nutria auf und davon zum gegenüberliegenden Ende des Teiches und ab in ein Rohr.. sie aber nicht mit uns gerechnet.. flugs aussen nach, den Käfig angesetzt und dann hiess es abwarten.. am Abend um 17.45h fiel die Klappe..  einen riesen Waschel hatten wir da im Käfig .. wir haben ihr an der Seille die Freiheit zurückgegeben.. Ja.. eine „irre Tat“, fern ab meiner Vorstellungen. Ich weiss nicht, wieviel Maulwurfshügel ich anfangs abgetragen habe.. 100?!.., sehr schwere feuchte Erde.. seitdem ist mein Verhältnis zu den Maulwürfen ein wenig gestört.

Und dann die endlosen Kieswege, die von Unkraut befreit und begradigt werden mussten.. das geht schon ins Kreuz, aber dank meiner guten Kondition, habe ich auch diese Arbeit gut bewältigen können. Zaun ziehen am Hühnerareal, das geht schon schön in die Hände..mit Begeisterung mochte ich das Feuer an der Feuerstelle entfachen, auch wenn ich dabei angesengte Haare lassen musste.

Eine weitere grosse Leidenschaft habe ich mit unendlicher Begeisterung entwickelt, Steine klauben, womit wir die Beete eingefasst hatten, um die alten vermoderten Einfassungen zu ersetzen. Bei jeder Autofahrt habe ich einen starren Blick bekommen und nur geschaut, wo welche zu „ergattern“ sind.. oh, ja, das war lustig, nicht immer für Silvana.. 

Aber ich glaube, die grösste Herausforderung ist, in solchen arbeitsintensiven Wochen, mit einem Menschen, einer Person auf engstem Raum zu leben und auskommen zu müssen.. und ich muss Silvana, „meinem Boss“ Hochachtung aussprechen, dass es so gut mit uns geklappt hat. Wir sind beide Skorpione, aber wir haben uns immer ergänzt. Eine grosse Eigenschaft, sie kann zuhören, sie macht Mut, sie fängt auf .. sie weiss, wann der andere sich zurückziehen möchte.. vieles wurde mit Humor genommen.. wir haben zusammen gekocht, Ausflüge gemacht.. Spiele gespielt.. Brändi Dog oder Rommé.. sie hat mich mit interessanten Menschen zusammengebracht.. keine Sekunde möchte

ich missen.. und ich bin stolz, dass ich alles geschafft habe.. manchmal stand mir meine Perfektion im Wege, aber die „mahnende“ Stimme Silvanas, liess mich Schranken erkennen.. die Zeit verging wie im Fluge.. ich habe für mich persönlich viel mitgenommen, denn gerade das Unkraut zupfen war für mich meditative Arbeit.. ich habe gespürt, was ich weiter mit meinem Leben anfangen werde.. und mit innerlicher Begeisterung auf die Herbstmonate geschaut.. Die Vegatation ist eine andere als im März/April.. die Natur hat sich ganz anders dargeboten.. voll in den Farben und ihrer Pracht.. die Arbeit bleibt in etwa die Gleiche.. Beete müssen geputzt werden, die Brombeersträucher zurückgeschnitten werden, eine sehr mühselige und stupfige Angelegenheit, aber „wahrer Meister“ war ich bei den Kieswegen, sie haben bei mir wie „Autobahnen“ ausgeschaut. Auch wenn ich zum Schluss kaum mehr die Finger abbiegen konnte, mir sogar einen Sprunddaumen eingehandelt hatte, war es für mich eine erfüllte Zeit, und ich habe für mich „mein Paradies“ gefunden, und ich sage.. danke.. Silvana, dass ich Dir helfen und da sein durfte. Unsere intensiven Gespräche und Diskussionen, es war für mich eine Bereicherung. Du bist mir in dieser Zeit sehr ans Herz gewachsen.. ich glaube auch, dass ich Dir einiges geben konnte..

Ich kam wieder vom 15.5.-22.7.2015.. wieder eine andere Jahreszeit.. aber immer noch mit der derselben Begeisterung, denn ich war ja in meinem Paradies.. aber am 24. auf den 25 Juni brach ein Unwetter über uns herein, mit so einer Gewalt und einem Inferno am Himmel, welches ich in meinem Leben noch nie gesehen hatte.. in dieser Nacht hatte „mein Paradies“ einen Knacks bekommen und uns vor Augen geführt, dass es nur Minuten braucht, dass alles vorbei sein kann.. wir haben erst am nächsten Morgen das ganze Ausmass der Schäden gesehen..  gerade dies hat mir vor Augen geführt, wo ich hier sein darf. Man fragt sich auch, wenn ich im Regen mit Pellerine am Kiesweg hocke und Unkraut zupfe, was mache ich eigentlich hier? Nein.. man wird reich entschädigt.. Ja, La Libellule ist zu dem Ort geworden, den Silvana sich erträumt, erhofft hat.. man spürt ihre „Seele“.. Sie gibt weiter und man saugt es auf mit allen Kräften, und ich hoffe für Sie, dass Sie sich weiterhin diesen Flecken Erde erhält und der „gute Geist“ bleibt..

In dieser Zeit ging auch einer meiner grossen Wünsche in Erfüllung.. wir fuhren, Barbara, Silvana und ich für 5 Tage in die Provence zur Lavendelblüte.. eine schöne Zeit mit vielen unvergesslichen Eindrücken, aber La Libellule bleibt für immer unvergessen.. Silvana, Chapeau, was Du mit La Libellule geschaffen hast.. ich kann nur immer wieder danke.. danke.. sagen.. bleibe mir gewogen.. ich komme wieder.. 


Angelas Erfahrungen und Geschichten

Angela - Erfahrungsbericht vom Februar 2016

"Ich bin das dritte Jahr auf "der Walz" und komme immer mehr bei MIR an. Darum geht es. Nicht um Länder in Planquadrate zu zerlegen und alles abzufahren. Meine Reise geht im Zick-Zack dorthin, wo es etwas für mich zu tun, es interessante Menschen gibt, ich völlig andere Lebensmodelle kennen lerne, wo ich mich immer mehr auf meine ureigenste Kräfte besinne und scheinbare Grenzen verschiebe."

Angelas Worte und Eintrittstext auf ihrer Homepage

 

Im Frühjahr 2013 suchte ich noch ganz intensiv und in viele Richtungen nach neuen Wohn- und Lebensalternativen und hatte Silvana über "WG 50 plus" kennen gelernt.
Ich fühlte mich angesprochen, las mich sehr interessiert und fasziniert durch ihre website, wir kamen in Kontakt.
Der Zeitpunkt war damals aber einfach zu früh für mich.
Ich hatte das Alte rein organisatorisch noch gar nicht abgeschlossen, geschweige dann inhaltlich, seelisch, körperlich. Ich merkte, dass ich Schwierigkeiten hatte, Vertrauen zu fassen, ja, auch in meine eigene Urteilsfähigkeit.
Heute weiß ich, dass mich mein Gefühl nicht getrogen hatte. Das Maison Libelulle ist ein wunderbarer Ort durch die wunderbare Frau, die dort lebt.
Und 1 1/2 Jahre später und nicht als Mitbewohnerin, sondern als Helferin auf Zeit, konnte ich ein  bewegtes und intensives Jahr bei ihr sehr gut ausklingen lassen.
Genauso offen, wie Silvana mich schon in ihr Leben hat hineingucken lassen, so offen empfand ich jetzt auch Herz und Haus.
Die körperliche Arbeit war ungewohnt, tat aber gut, auch und gerade, wenn sich am anderen Tag Muskeln meldeten, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie habe.
Für mich war es sehr angenehm, mal nicht für alles den Hut aufzuhaben, Verantwortung abgeben zu können und einfach "nur mal" mitzumachen. Und das aber sehr gern, mit viel Spaß.
Silvana nahm mich auch gleich mit hinein in ihr Leben, mit Sitzen am Kamin, vielen guten Gesprächen, Spielen, zusammen zum Qigong gehen, Treffen und Feiern mit Freunden, Gassigehen mit Luke, Katzenkraulen und auch immer die gute Möglichkeit, mich zurückziehen zu können.

Mitten im ganzen Weltgetöse ist das Maison Libellule eine Oase. Und dort mit der wunderbaren Silvana zusammen zu leben und zu arbeiten, tut meinem Körper und meiner Seele nur gut! Und da macht das gar nichts, wenn ich vom Teichrückschnitt jeden Muskel spüre oder wenn ich in einen Container klettere, um eine alte Holztreppe zu retten.

 

Ich freue mich jetzt schon, das Jahr wieder in Frankreich ausklingen lassen zu können und mittendrin in Silvanas Leben zu sein, samt erlesenem tollen Freundeskreis, guter Arbeit, viel Spaß, tollen Gesprächen und immer auch der Möglichkeit, mich zurückziehen zu können.

von Angela, Februar 2016

Angela: Tierisch französisch

Die Geschichte von der Kuh

Download
Tierisch französisch - Die Geschichte von der Kuh - November 2015 - von Angela
Angela, meine Helferin im November, hat ihr Erleben als nicht-französischsprechende in einer lustigen Geschichte festgehalten.
Die Geschichte von der Kuh.pdf
Adobe Acrobat Dokument 25.8 KB

Die Geschichte mit dem Hund

Download
Die Geschichte mit dem Hund - November 2015 - von Angela
Noch eine lustige Geschichte von Angela
Die Geschichte mit dem Hund.pdf
Adobe Acrobat Dokument 21.8 KB

Nur Mut! - Erfahrungsbericht „Maison Libellule"

Conny - Erfahrungsbericht - Mai/Juni 2014

Im Jahr 2014 habe ich das erste Mal von dem Projekt mit Silvana „Leben auf dem Land in Burgund“ mit  Auszeithelfern gelesen. Seitdem hat mich diese Geschichte nicht mehr losgelassen und ich habe mich darum beworben, auch einmal für 5 Wochen in Frankreich dieses Projekt zu unterstützen. Im November habe ich dann die Zusage von Silvana bekommen, dass ich im Mai kommen darf. Da auch ich soziale Projekte unterstütze und Menschen vermittel, die sich freiwillig engagieren wollen, ist es etwas Besonderes für mich, selbst einmal so eine Aufgabe zu übernehmen. Diese Zeit soll Klarheit und Ruhe in mein Leben bringen und es ist ein kleines Abenteuer für mich „Arbeit und Freizeit auf dem Land“ kennenzulernen und Kommunikation mit neuen Menschen, die ihr Leben einfach anders gestalten und ich wollte unbedingt Silvana kennenlernen. Sonntag, 3. Mai 2015, ging es dann endlich los von unserem kleinen Bahnhof zum Flughafen Köln/Bonn mit meinem schweren „roten Köfferchen“ bin ich bis Zürich geflogen. Da ich die Stadt einmal kennenlernen wollte, habe ich diesen Weg gewählt und bin dann nach einer Übernachtung am anderen Morgen mit großen Erwartungen im Herzen mit dem TGV nach Dijon gefahren. Dort musste ich umsteigen und mir noch eine Fahrkarte nach Tournus kaufen, wo mich Silvana abholen wollte. Ich war so erleichtert als ich endlich im Auto saß, dass alles gut geklappt hat und Silvana wie versprochen da war und ich nicht wie meine Kolleginnen mir prophezeit hatten „du stehst da am Bahnhof mit deinem roten Köfferchen und Niemand holt dich ab“. Also alles war gut und Luke, der liebe Hund von Silvana, saß ebenfalls im Auto und begrüßte mich Schwanzwedelnd genauso herzlich. Dann sind wir ungefähr 30 Minuten durch das schöne Umfeld  „die Bresse“ gefahren und ich habe mir schon mal ein erstes Bild von der Umgebung machen können. Als wir angekommen sind, war ich sehr beeindruckt von dem stilvollen Bresse-Haus mit dem riesigen Garten, man kann schon sagen eine Parklandschaft mit Schwimmteich, alter Baumbestand, einen Bereich für Hühner und Bienen, und eine zauberhafte Pflanzenwelt, die durch geschwungene Kieswege beeindruckt und einzelne Themenlandschaften bilden. Dann durfte ich mein schönes großes Zimmer beziehen und erst einmal ankommen, das war jetzt 5 Wochen mein zu Hause. Natürlich war ich aufgeregt, ob ich den Anforderungen und einzelnen Aufgaben gewachsen bin und ich den Vorstellungen von Silvana gerecht sein werde. Aber ich habe darauf vertraut, dass man bei gegenseitigem Verständnis und gutem Miteinander viel erreichen kann, d.h. ich habe sogleich signalisiert, dass ich einfach nur helfen möchte und egal wie, ob es morgens 4 Stunden, oder 2 Stunden und nachmittags mal 3 Stunden sind, oder was auch immer. 

 

Silvana war großartig und hat mich nach kurzer Einweisung einfach machen lassen und schnell hat sich herausgestellt, dass mir das Jäten der Kieswege richtig Spaß macht  (ich nannte es „meinen Jakobsweg“). Die Ruhe und Entspannung bei der Arbeit mit der Begleitung des Glockenspiels aus den Baumkronen und dem Quaken der Frösche aus dem Schwimmteich war eine Erfüllung und von Tag zu Tag zu sehen, wie sich nach und nach die Wege sauber und ordentlich gestalteten. Es war wie eine Meditation für mich und ich konnte die Gedanken auf einen guten Weg bringen. Ich habe aber auch Maulwurfhügel abgetragen, mit Silvana Bäume gestutzt und gehäckselt, Blumen gewässert und wir haben den Schwimmteich gesäubert. Wir haben Fische gekauft und ich durfte sie einsetzen und viele kleine Handgriffe, die tagtäglich erledigt werden müssen, ob in Küche oder Garten, die einfach selbstverständlich sind. Aus meiner Sicht sollte eine Helferin, die Liebe zur Natur, zu den Menschen und Tieren mitbringen. Bereit sein, helfen zu wollen und fit genug sein, das auch umzusetzen. Dabei hat mir morgens mein Yoga vor dem Frühstück sehr geholfen. Alles andere ergibt sich dann von selbst.  Ich habe die Erfahrung gemacht, es ist gut, sich auf den Weg zu machen und man bekommt sehr viel dafür zurück, wenn man bereit ist, erst einmal zu geben. Die Erfahrungen daraus werde ich niemals vergessen. Wir haben natürlich nicht nur gearbeitet, ich habe ganz liebe Menschen kennengelernt und auch viel von der schönen Umgebung gesehen. Die Kommunikation mit den Gästen war immer wieder schön, ob es morgens ein freundliches Hallo war oder am Nachmittag die Erlebnisse des Tages ausgetauscht wurden. Auch das WG-Leben war eine neue Erfahrung für mich und mit Fingerspitzengefühl und gegenseitiger Rücksichtnahme etwas ganz Besonderes.  Es wurde gelacht und diskutiert, wir haben am Abend gekocht und an einem gedeckten Tisch im Garten gesessen, es hat wunderbar geschmeckt nach getaner Arbeit und das Froschkonzert aus dem Schwimmteich hat uns begleitet bis die Sonne unterging. Ja es war für mich der richtige Weg und es ist gut, mutig zu sein und einmal im Leben etwas auszuprobieren, wo man vorher noch nicht weiß, was auf einen zukommt. Mein besonderer Dank gilt Silvana, die mir diese schöne Zeit ermöglicht hat und der Lohn meiner Arbeit war Herzlichkeit, Gastfreundschaft verbunden mit viel Liebe und Vertrauen auf das Leben.


Wie man sich selber loslässt - und wieder findet

Barbara - Erfahrungsbericht - August 2014

Meine Auszeit im Burgund

Letztes Jahr im Juli habe ich in der Maison Libellule eine Woche Roulotte-Ferien gemacht. Das hat mir sehr gut gefallen, und ich wusste, ich würde bestimmt eines Tages wieder ins Burgund reisen. Vielleicht hat mich nun die Midlife-Crisis erwischt, oder es sind die Wechseljahre. Jedenfalls machten mir eine Erschöpfungsdepression und ein Bandscheibenvorfall zu schaffen, was mich dazu brachte, über mein Leben nachzudenken. Arbeit und Leistung haben bei mir einen hohen Stellenwert, vielleicht einen zu hohen. Will ich wirklich so weitermachen? Gibt es da nicht auch noch etwas anderes,so etwas wie einen sinnvollen, erfüllenden Weg neben dem Berufsalltag? Nachdenken und sich einen Überblick verschaffen geht am besten aus der Distanz. Zu meinem fünfzigsten Geburtstag habe ich mir daher selbst ein Geschenk gemacht. Ich habe die Roulotte „Gipsy“ gemietet und war von Mitte Juni bis anfang August als Helferin bei Silvana in der Maison Libellule. Das war etwas vom besten, was ich in meinem Leben gemacht habe.

 

Französischkurs

Um meine verrosteten Kenntnisse wieder etwas aufzufrischen, habe ich in den ersten drei Wochen jeweils halbtags einen Französischkurs besucht, bei Régine in Montpont (www.franzoesischlernen.ch). Der Kurs war schlichtweg genial. Ich hatte tolle Kurskolleginnen, und Régine versteht es mit viel Charme, Esprit und Leichtigkeit wunderbar, jeden Teilnehmer dort abzuholen, wo er sich auf seinem Niveau gerade befindet. Wir haben Grammatik und Vocabulaire gebüffelt, Rollenspiele gemacht, viel geredet und gelacht. Ich bin jetzt wieder richtig drin in der Sprache, und Régine mit ihrer motivierenden, positiven Art hat mir die Freude am Französisch zurückgegeben. Ich werde in der Schweiz über den Herbst und Winter weiterhin einen Kurs bei ihr besuchen - damit ich nicht vergesse, was ich gelernt habe, und weil es einfach Spass macht, die alternden Gehirnwindungen in Schuss zu halten.

 

Arbeit im Garten und in der Maison Libellule

Eine Abmachung meiner Auszeit war, dass ich Silvana ein paar Stunden täglich im Garten helfe, oder wo sonst gerade Not an der Frau ist in der Maison Libellule. Zusammen mit mir war auch Karla, eine junge Frau aus Deutschland, die ich vorher nicht kannte, als Helferin im Einsatz. In der Schweiz habe ich einen Bürojob, und so hat es mir richtig Spass gemacht, wieder mal zuzupacken und etwas mit den Händen zu machen. Der wunderschöne Garten will gepflegt sein, und so fiel der grosse Teil der Arbeiten dort an. Wie zum Beispiel das Rasenmähen mit dem anschliessenden Sprung in den Schwimmteich als Belohnung. Ich habe aber auch mal geputzt und beim Gästewechsel geholfen. Und meine Güte, was habe ich Kieswege gejätet - einmal um den Schwimmteich herum mindestens! Das tönt jetzt nicht gerade nach „Fun“, aber erstaunlicherweise hat mir das Jäten viel Freude gemacht. Man sieht das Resultat seiner Mühen, und die Tätigkeit hat einen meditativen und fast schon therapeutischen Effekt. Jäten hat auch mit Aufräumen zu tun, und während ich so vor mich hinjätete, habe ich auch innerlich viel „ausgemistet“. Noch mal hingeschaut, was in der Vergangenheit war, es versucht einzuordnen, um es dann so stehen zu lassen, als Teil meines Lebens. Pläne geschmiedet habe ich auch. Manchmal habe ich an gar nichts gedacht und einfach nur gejätet - sich selber vergessen, um sich dann wieder zu finden.

 

Yoga

Ich mache seit etwa sechs Jahren regelmässig Yoga, und ich habe mir jeden Morgen gleich nach dem Aufstehen eine halbe Stunde Zeit für meine Übungen genommen. Eine halbe Stunde, um so richtig bei sich selbst anzukommen, das war sehr schön. Im Französischkurs habe ich als Übung mal eine Yogastunde auf Französisch gemacht. Daraus hat sich dann ergeben, dass ich mit den Kurskindern von Régine (sie gibt auch Ferienkurse für Kinder und Jugendliche) Yoga gemacht habe, auf Französisch natürlich! Es kam auch zu einigen Yogalektionen mit Feriengästen aus der Schweiz. Für mich hat sich da eine Tür geöffnet, eine Tür zum erfüllenden Nebenweg, den ich gesucht habe. Ich weiss jetzt, dass ich meine Yogalehrer-Ausbildung weitermachen und abschliessen werde. Und wer weiss, vielleicht wird das ja was mit Yoga unterrichten im Burgund?

 

Velofahren als Meditation

Etwas vom Grössten für mich ist das Velofahren im Burgund. Ich habe jede Gelegenheit dazu genutzt und bin einfach losgefahren. Unzählige Strässchen schlängeln sich durch die Bresse, es gibt kaum Verkehr, und man kann wunderbar alleine sein. Verschlafene Dörfer, Felder mit grasenden Kühen, Wälder, Hecken, Bäche und Flussläufe, Wiesen gesprenkelt mit den weissen Tupfen der Bressehühner, Weiher, alte, manchmal verfallene Bauernhäuser - all das strahlt so eine Schönheit, Harmonie, Stimmigkeit und Gelassenheit aus, dass ich selbst überhaupt nicht mehr wichtig bin. Und doch bin ich ein Teil dieser Landschaft, jetzt, in diesem Moment. So pedale ich also vor mich hin, denke an alles mögliche und immer öfter an gar nichts - und da ist sie doch, die Meditation, die einfach so passiert. Die besten Momente waren die, an denen ich nicht mehr wusste, wo ich war, und so wusste ich für einen Augenblick auch nicht mehr, wer ich war. Sicher selber verlieren, sich wieder finden, und sich danach etwas besser kennen. Den Heimweg von meinen Velotouren habe ich jedenfalls immer gefunden. 

 

Dans mon hamac - in der Hängematte

Wo lässt es sich besser abhängen (im wahrsten Sinne des Wortes) und entspannen als in der Hängematte? Ich liebe den grossen, weiten Himmel und das goldene Licht im Burgund. So oft es ging, habe ich mir den Sonnenuntergang von Anfang bis Ende angesehen, die vorüberziehenden Wolken, den subtilen Wechsel des Lichts von hell zu dunkel. In der Hängematte, geborgen unter dem Kastanienbaum, ein Glas Rotwein neben mir, c’est le paradis, non?

 

Vegan kochen und essen

Silvana hatte mir gesagt, dass sie vegan lebt, und ich habe mich entschlossen, ganz unvoreingenommen mitzumachen, als Experiment sozusagen. Silvana, Karla und ich haben jeweils gemeinsam gekocht und gegessen. Ich selbst bin jetzt nicht gerade eine Meisterköchin und werde es wohl auch nie sein. Silvana und Karla haben viel Erfahrung mit dem veganen Kochen und Backen. Ich habe sehr viel gelernt und profitiert. Ich habe gestaunt, wie vielfältig und kreativ die vegane Küche ist, und was sich alles zaubern lässt. Da ist viel Freude am Essen dabei und Genuss – mir hat es an gar nichts gefehlt. Auch dieses vegane Experiment hat etwas ausgelöst bei mir. Ich habe über mein Verhältnis zum Essen nachgedacht, und wie wir Menschen mit der Umwelt und den Tieren umgehen. Bewusster Verzicht tut auch mal gut. Ich muss ja nicht leiden, wenn ich kein Fleisch mehr esse, aber ich kann dadurch einem Tier Leid ersparen. Es lohnt sich wirklich, mal in Ruhe über diese Zusammenhänge nachzudenken. Vieles am Vegansein hat mich überzeugt, und ich möchte auch in der Schweiz weitgehend vegan kochen – mit ab und zu einem kleinen Abstecher ins Vegetarische. Was ich auf jeden Fall mitnehme, ist ein achtsamerer Umgang mit dem, was ich esse – und damit auch ein achtsamerer Umgang mit mir selbst.

 

Gespräche und Begegnungen

Leben ist kommunizieren, das ist mir während dieser Auszeit wieder einmal klar geworden. Ich habe die Begegnungen mit den Gästen der Maison Libellule sehr geschätzt. Das war interessant und abwechslungsreich. Ich durfte auch einige von Silvanas Freundinnen, Freunden und Bekannten kennenlernen und habe einen kleinen Einblick in ihr Leben erhalten. Viele sind Schweizer, die im Burgund leben, und es hat mich beeindruckt, was für einen guten, unkomplizierten und unterstützenden Kontakt sie untereinander haben. Nicht zu vergessen die alltäglichen Kontakte zu den Einheimischen – ich musste doch französisch üben! Ich mag die Menschen im Burgund, sie sind eher ruhig und gelassen (so kommt es mir zumindest vor), freundlich und höflich, und sie anerkennen es, wenn man sie auf französisch anspricht. Eine Auszeit bietet Raum, die Vergangenheit nochmals anzuschauen, um so den Weg in die Zukunft besser erkennen zu können. Weit weg vom Alltag sind auch bei mir ein paar alte, belastende und prägende Geschichten aufgetaucht. Es war gut, dass ich mich nochmals mit ihnen beschäftigt habe. Und es war gut, dass ich Menschen um mich hatte, denen ich mich anvertrauen konnte. Wir hatten einige intensive, tiefe Gespräche, die mir sehr geholfen haben. Danke, Silvana, Karla und Régine, dass ihr mir zugehört und vieles mitgetragen habt. Es heisst ja, dass einem die anderen Menschen immer etwas von einem selbst widerspiegeln, und dass man in seinem Gegenüber sich selbst erkennen kann. So wie ihr das für mich wart, hoffe ich, dass auch ich euch etwas mitgeben konnte. Und nein, wir waren nicht immer nur ernst, natürlich nicht! Wir haben viel gelacht, und all die lustigen, leichten Momente behalte ich in bester Erinnerung.

 

Und noch eine wichtige Begegnung darf hier nicht fehlen: die mit Luke, Silvanas Hund. Luke hat mir ganz viel gezeigt: wie man im Moment lebt, wie man unvoreingenommen und freundlich auf die Menschen zugeht, wie man Gefühle zulässt. Seine Traurigkeit, wenn ihm liebe Gäste abreisten, hat mich manchmal fast selbst zum Weinen gebracht. Aber hey, wir leben ja im Moment, und das nächste feine Guetzli kann ja nicht mehr allzu weit weg sein! Luke hat ein unglaublich feines Gespür für Menschen, Emotionen und Stimmungen – und eine ganz grosse Seele. Danke für alles, Luke, und bis bald wieder!

 

Légèrté!

Wenn ich einem Wort zusammenfassen soll, was ich von meiner Auszeit mitnehme, so ist es „Légèrté!“ Ich wollte mehr Leichtigkeit in meinem Leben haben, und die spüre ich jetzt in mir. In diesem Sinne habe ich mich vielleicht wirklich loslassen können, um mich wieder zu finden. Denn loslassen hat ja auch mit leicht werden zu tun. Meinen weiteren Weg werde ich mit leichteren Füssen antreten. Dieser wird mich auch wieder ins Burgund führen, das weiss ich. Die Landschaft tut mir in der Seele gut, und ich habe dort neue Freunde gefunden – ein ganz grosses Geschenk. Das nehme ich mit Freude an und „avec légèrté“.

 

Was hinter uns liegt und was vor uns liegt, sind Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was in uns liegt.

Ralph Waldo Emerson

Kontakt

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.

Silvana Lucchini

Silvana Jolanda Georgina Lucchini Bernhard

Geboren am 4. November 1963 in Hausen am Albis, Schweiz, Im Zeichen des Skorpions, mit Wassermann am Aszendenten und dem Mond in den Zwillingen.

Gebürtige Schweizerin, aber auch mit italienischem Pass.

Aufgewachsen im Schweizerischen Kanton Zug.

Seit 11 Jahren sesshaft im Südburgund, Frankreich.

Newsletter

Bleiben Sie über Aktuelles aus Maison Libellule auf dem neuesten Stand. Ich freue mich sehr, Sie als neuen Newsletter-Empfänger begrüßen zu dürfen.

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.


  Unter weitem Himmel zur Ruhe kommen   -   Trouver la tranquilité d'ésprit sous un ciel bien loin