Mein erster Hund Zorro


Zorro wurde vermutlich Mitte Januar 2003 geboren. Er wurde zusammen mit seiner Schwester am Strand von Malaga gefunden. Irgendwelche Leute mit einem guten Herzen haben die beiden zu einem Tierarzt gebracht, der sie wiederum in die Tierstation Esperanza in Pizarra weitergab. Etwa einen Monat später tauchten wir auf und holten Zorro aus seinem vorläufigen Daheim zu uns in den VW-Bus. Seitdem ist er mein ständiger Begleiter. Er begleitet mich auf all meinen Reisen und Lebenswegen. Immer und überall mit dabei, wie ihr in der Bildergalerie sehen könnt.

 

Zorro heisst auf spanisch Fuchs und so sieht er auch aus. Er ist eine spanische Strandpromenadenmischung. Sicherlich hat er Podenco (Spanischer Jagdhund) drin, aber sicherlich auch noch viele andere Rassen. Seine Augen wechseln zwischen Gold und Grün. Er ist ein enorm liebenswerter Hund, klug, frech, ein Kuschelexperte und extrem nasengesteuert.

 

Die Tierstation Esperanza ist eine Schweizer Einrichtung, welche von Spendengelder lebt und eher eine Art Quarantänestation ist und kein Tierheim. Roni, der dort die ganze Sache schmeisst ist ein Idealist, der für sozusagen Gotteslohn die Hunde und Katzen betreut, gut vermittelbare Hunde von Tierheimen holt oder von sonst woher bekommt und diese dann geimpft und als gesund befunden in die Schweiz bringt bzw. bringen lässt.

 

Zorro fügte sich von Anfang an ohne Probleme in unseren damaligen Tagesablauf ein (machte wie wir Siesta, schlief in der Nacht durch) und entpuppte sich auch sonst als sehr anpassungsfähig. Im VW-Bus schlief er immer in seinem Körbchen, welches wir für die Nacht in den Fussraum der Vordersitze stellten. Dort hatte er einen ungestörten Platz und auch wir hatten im VW-Bus wieder ein wenig mehr Freiraum. Im Womo lag er beim Fahren in seinem Stoffkorb, der zwischen den Vordersitzen eingeklemmt ist und zum Schlafen oder Ausruhen legte er sich meist auf den Copilotensitz oder unterhalb im Fussraum. Wenn er Nähe suchte, lag er zu unseren Füssen unter dem Tisch.

 

Der Kleine war am Anfang ziemlich schwach und es brauchte einiges, bis er kräftiger wurde. Eine schwache Hinterhand hatte er von Anfang an. Aber da er so zierlich gebaut ist und kein Übergewicht herumzuschleppen hat, war das bis zum Sommer 2006 kein Problem.

Auch sonst war er einseitig entwickelt. Das Spielen musste er erst lernen. "Güderfressen" tut er heute kaum noch. Er macht eigentlich nie grosse Dummheiten, zernagt keine Dinge und kläfft nicht blöd herum. Er hat überhaupt kaum schlechte Eigenschaften. Ein Übel habe ich mit ihm. Ich kann ihn nicht alleine in einem Haus lassen. Im Womo geht das. Kein Problem. An das Haus ist er sich nicht gewöhnt. Aber da kann er ja nichts dafür. Das werden wir wohl noch üben müssen. Wenn er ungeduldig ist, dann kann er in allen Tonlagen jammern, jaulen und weitere komische Heulgeräusche von sich geben. Dabei hüpft er ungeduldig umher und macht die ganze Welt (vor allem mich) konfus.

Im Buddeln ist er auch gut. Auch hat er sich mittlerweile zu einem Mäuse- und Eidechsenfänger entwickelt, was nicht immer Freude macht!

 

Sein besonderes Talent ist, dass er mit allen, wirklich allen Hunden zurecht kommt. Er schliesst sogar mit Kettenhunden Freundschaft! Auf unseren Reisen hat er viele Hundebekanntschaften geschlossen und dabei einiges gelernt. Bis jetzt ist immer alles gut gegangen und ich hoffe, das bleibt auch so. Allerdings habe ich ihn auch schon sozusagen um sein Leben rennen sehen. Gut, dass er ziemlich schnell und wendig ist, denn die meisten, die ernsthaft gefährlich werden könnten, sind nicht so flink wie er.

 

Teilweise ist es im Süden fast zu heiss für einen Hund, auch für einen wie ihn, der ja dort geboren wurde. Mir scheint, Hunde ertragen Sonne ganz unterschiedlich und unabhängig von der Rasse und Fellfarbe. Vor allem wenn wir am Strand Sonnenbaden wollten, war er da gar nicht immer einverstanden. Also nahmen wir unseren Sonnenschirm stets nur für ihn mit. Zusätzlich hat er sich jeweils den heissesten Sand weggebuddelt und ist in den darunter kühleren gelegen.

 

Auf Wanderungen schöpften wir immer jede Möglichkeit aus, um ihn baden zu lassen. Jeder Dorfbrunnen und jedes Bächlein ist dafür gut. Und wenn gar kein Bad möglich war, hab ich ihm das Gesicht und den Bauch nass gemacht. Gut, dass er Wasser mag. Auch schon war das Meer die einzige Rettung vor einer Hundemeute. Nie habe ich freie Hunde im Süden erlebt, die freiwillig ins Meer gingen. Sie waren auch jedes Mal völlig irritiert über Zorros Verhalten!

 

So riskant es mir am Anfang erschien, mir einen Hund auf so einer Reise dazuzutun, so überzeugt bin ich heute von der Richtigkeit dieser Entscheidung. Nie hätte ich Zuhause genügend Zeit für so ein junges Tier aufwenden können. Nie hätte ich denselben Genuss gehabt und soviel lernen können.

 

Ich kann es nur empfehlen, mit einem Hund herumzureisen. Gerade wenn man alleine reist, hat man mit einem Hund einen idealen Partner, der fast bei allem mitmacht. Aber auch sonst bringt er mit seiner natürlichen Ausgeglichenheit und steter Frohnatur immer wieder alle meine Verstimmungen ins richtige Lot. Natürlich gibt es auch Orte und Einrichtungen, die mit einem Hund nicht zu besichtigen sind. Aber mittlerweile ist er genug alt, so dass ich ihn auch mal für ein paar Stunden alleine im Womo lassen kann. Allerdings würde sich das im Hochsommer schwieriger gestalten als in den Übergangszeiten, in denen ich unterwex war.

 

Im Süden habe ich extrem viele streunende Hunde angetroffen. Teilweise ganz ausgehungert und alleine herumstreunend. Des öfteren aber mindestens zu zweit und manchmal in richtigen Rudeln unterwex. Ganze Hundefamilien traf ich an. Manchmal die schönsten sympathischsten Hunde, manchmal hässlich und krank und ab und zu mit kaputten Beinen. Viele habe ich gefüttert und behalten hätte ich einige wollen, aber im Grunde habe ich mit meinem Waisenknaben schon genug zu tun.

Mittlerweile ist Zorro bald fünf Jahre alt. Vor gut einem Jahr war der Moment da, wo er sein HD-Problem nicht mehr "vertuschen" konnte. Er lahmte und es wollte auch nicht besser werden. Die Röntgenaufnahmen zeigten, wie arg beide Hüftknochen ausserhalb der Pfanne lagen. Da half nur eine Operation. In Zorros Fall machte man jene Operation, die man sonst bei Katzen anwendet. D.h. man ersetzt das Hüftgelenk nicht, sondern schabt und schneidet nur den oberen Teil weg, der Arthrose verursacht. Erst wurde das eine Bein operiert, zwei Monate später das andere. Da Zorro wohl schon immer gewisse Schmerzen hatte, schonte er das jeweils frisch operierte Bein nicht. Der Effekt war, dass er extrem schnell genas und schon bald wieder richtig umher rennen konnte! Nun hoffe ich sehr, dass das ganze möglichst lange hinhält.

1. Reise: Spanien/Portugal/Frankreich: Mai - August 2003: 4 - 7 Monate


2. Reise: Italien - Winter 2003/2004 - 9 Monate - 1 1/2 Jahre alt


Sommer/Herbst 2004: Schweiz - 1 1/2 Jahre alt


3. Reise: Spanien, Marokko, Portugal - Winter 2004/05 - 2 Jahre alt


Sommer/Herbst 2005: Schweiz - 2 1/2 Jahre alt


4. Reise: Österreich, Slowenien, Kroatien u. Mazedonien - Herbst 05


Winter 2005/2006: Schweiz - 3 Jahre alt


5. Reise: Dänemark - Sommer 2006 - 3 1 /2 Jahre alt


6. Reise: Winter 2006/2007 - France, Italien, Tunesien - 4 Jahre alt