Newsletter Oktober

Andrea und Zora kamen während ihrer Herbstferien für knapp zwei Wochen zu Besuch. Und wie das immer so ist, wenn die beiden Mädels hier sind, geht es rund zu und her! Bei herrlichem Wetter lasen wir meine paar knapp süssen Trauben ab und verlasen sie säuberlich, um sie dann hinterher von Zora zu einem Mus verstampfen zu lassen. Ja! So wie man das halt immer noch im traditionellen Burgund macht: mit den Füssen ;-). Wenn alles gut geht, dann wird daraus in einem guten Jahr ein leckerer Traubenschnaps gebrannt...

 

Eine andere Schnapsidee, äh sorry, kreative Eingebung, nämlich die Anlegung eines Permakulturbeetes, wurde dank der Initiative von Zora sogleich in Angriff genommen. Eigentlich wollte ich ja mit Andrea und Zora nur mal schauen, wo und wie ich so ein Beet denn anlegen könnte und sollte. Als dann aber Zora meinte: "Ja, also dann, holen wir die Spaten!", konnte ich ja schlecht kneifen. Ausserdem liess ich mir dieses Hilfsangebot nicht zweimal unter die Nase reiben. Also legten wir los, so nach dem Motto, gesagt, getan. Während ihres Aufenthaltes von knapp zwei Wochen entstand also ein recht grosses neues Hügelbeet im hinteren südwestlichen Gartenteil, da wo ich schon mal ein Gemüsebeet hatte. Nun fragen sich wohl die meisten schon die ganze Zeit, was denn das wieder sein soll: Permakultur? Tja, um den Newsletter nicht zu überstrapazieren und da dieses Thema sowieso ausufern könnte, hab ich mir überlegt, eine extra Seite dafür einzurichten. Also, wen's interessiert, der findet

hier mehr dazu...

 

Mitte Oktober besuchte ich ein Wochenendseminar in Süddeutschland zum Thema "gewaltfreie Kommunikation" nach Marshall Rosenberg. Es war sehr spannend, aber auch sehr anstrengend. Vor allem der Aufenthalt in einem muffigen Hotel und die lange Anfahrt sind verbesserungswürdig. Mitte Dezember findet der nächste Teil statt. Mal schauen, wie ich das besser hinkriege. Dank lieben Freunden und Helfern sollte es ja eigentlich möglich sein, dass ich mir diese kleinen Auszeiten - wenn schon, dann so angenehm wie möglich einrichte.

 

Am letzen Wochenende von Andrea und Zoras Aufenthalt kam Rita, meine Helferin vom Frühling, zu Besuch und brachte ein Aprikosenbäumchen aus der Schweiz mit. Auch sie half dann noch kräftig beim Mistverteilen auf dem Hübelbeet mit.

 

Eigentlich rechnete ich fest mit dem Aufenthalt einer anderen Freundin, nämlich Henny, die versprach, mir im November mit den Teicharbeiten zu helfen. Leider kam ein unerwarteter Todesfall in ihrer Familie dazwischen. Glücklicherweise fand ich aber jemand, der Mitte November für drei, vier Wochen kommen wird, um mir bei diesen kräftezehrenden Arbeiten zu helfen. Henny kam dann wenigstens auf eine Kurzvisite vorbei. Zusammen mit Beno hatten wir so alle zusammen einen schönen Pizzaabend.

 

Im letzten Newsletter berichtete ich ja schon von dem Riss, den meine vegane Einstellung bekommen hat. Nun, der Riss hat sich vergrössert und die ganze Definition und Dimension damit verändert. Wenn mich heute Menschen fragen, ob ich denn nun nicht mehr vegan bin, dann muss ich immer sagen, dass es so einfach nicht ist, und dass ich es so schnell auch gar nicht beantworten kann. Wen es interessiert, der erfährt

hier mehr dazu...

 

So, ein letzter Absatz soll nun noch dem Thema Helfer und Wohngemeinschaft gewidmet werden. Das Kapitel Wohngemeinschaft habe ich losgelassen. Es ruhe in Frieden... Nach der letzten grossen Enttäuschung machte sich interessanterweise mein Kampfgeist wieder bemerkbar. Eigentlich war ich ja drauf und dran, den ganzen Bettel hinzuschmeissen. Aber nachdem ich meinem Frust lauten Ausdruck verliehen hatte, dachte ich: so und jetzt erst recht!

Immer wieder habe ich mich gefragt, wieso es nicht klappen will. Wieso finde ich niemanden, der hier mit mir an diesem wundervollen Ort eine Lebensgemeinschaft aufbauen will. Natürlich gibt es da immer genügend materielle Unsicherheiten. Aber das sind nicht die wirklichen oder tieferliegenden Gründe. Und ich hirnte und hirnte, ohne es zu verstehen. Nun habe ich Antworten gefunden, Worte, die für mich einen tieferen Sinn ergeben. Und zwar half mir ein Medium, die Dinge klarer zu sehen. Ja, ich stehe dazu. Ich mache so etwas sehr sehr selten. Aber in diesem Fall stand ich mir so arg selber im Weg, dass ich es einfach nicht verstehen konnte. Nun bin ich sehr froh, dass ich diese Art von Hilfe angenommen habe.

Das Medium meinte zusammengefasst und unter anderem in etwa Folgendes:

"Es gibt einige Menschen, die eigentlich sehr gerne hier sein würden, die davon träumen, an einem solchen Ort leben zu können. Und trotzdem können sie sich nicht dafür entscheiden. Es ist für sie schwierig, weil sie in anderen Bezügen leben. Sie kommen aus Mustern und Gewohnheiten, die sie im Alltag beherrschen. Diese Menschen wollen dann auch wieder zurück in ihre Welt, in die sie viel mehr investiert haben, als sie manchmal glauben. Sie halten das, was hier ist, nicht gut aus. Sie erkennen, dass sie mehr Abwechslung brauchen, dass sie die anderen Dinge brauchen, die sie noch beschäftigen. Sie denken, dass sie das Leben rundherum in einer grösseren Intensität brauchen. Und sie erkennen dabei nicht, dass die  tiefergehende Intensität des Lebens genau hier an diesem ruhigen Ort stattfindet. Ein Ort, der mit seinem Charakter von innerem Sein und Ankommen wirklich die intensive Möglichkeit bietet, sich zu finden. Ganz und gar."

Mit diesen Worten habe ich nun endlich meine innere Ruhe wieder gefunden. Solange habe ich versucht, mit dem Kopf Antworten zu bekommen, war auch wütend darüber, dass die Menschen den Mut nicht aufbringen wollten. Doch jetzt verstehe ich es. So weit weg war ich ja auch nicht. Aber meine eigenen Formulierungen brachten nicht wirklich das Verständnis auf. Und meine Enttäuschungen über ihr Verhalten standen mir selbst im Weg. Jetzt habe ich die Gründe quasi "an-erkannt", und jetzt ist es ok.


Die Helfer-Geschichte werde ich weiterhin betreiben. Ich lerne dabei sehr viel, über die Menschen und über mich selbst. Und es scheint die Menschen ja auch anzuziehen. Für eine Weile suchen sie durchaus die oben genannten Qualitäten. Das wird mir auch immer wieder so bestätigt.


Ich bin sehr froh darüber, nun zu wissen, wie ich meinen Weg weitergehen kann. Ich bin auch froh, dass ich meine innere Ruhe wieder gefunden habe. Und noch glücklicher bin ich darüber, dass ich die ruhige Zeit, die nun kommt, so richtig geniessen kann. Der letzte Winter war dermassen kräftezehrend, turbulent und entmutigend, dass ich mir für diesen Winter fest vorgenommen habe, besser für mich selbst und für meine Bedürfnisse zu schauen. Ich brauche diese winterliche Einkehr um Energien zu tanken, um ganz bei mir zu sein, und um mich dann wieder im frühen Jahr auf eine neue Saison einstimmen zu können.


Ich wünsche euch allen einen bunten und magischen November mit vielen guten Einsichten und Erkenntnissen.

Silvana & Co.